Galerie Martina Kaiser

Hans Georg Esch - „Konzilium“ 

Die Galerie Martina Kaiser freut sich auf eine ganz besondere Präsentation im Rahmen der DC Open 2026: In seiner ersten Einzelausstellung wird Hans Georg Esch ausgewählte Arbeiten in den Räumen der Galerie präsentieren. Mit „Konzilium“ eröffnet der Künstler, der als renommiertester Architekturfotograf der Welt gilt, einen spektakulären Trialog zwischen drei bedeutenden Kathedralen. 

Sie sind Insignien abendländischer Baukultur und Wahrzeichen mit weltweiter Strahlkraft: 
Der Dom zu Köln, Notre Dame de Paris und die Sagrada Família in Barcelona. In „Konzilium“ spürt Hans Georg Esch der architektonischen DNA dieser ikonischen Bauwerke nach und reichert sie um völlig neue Perspektiven an.  

Durch unzählige Ablichtungen und persönliche Besichtigungen fest im Gedächtnis verankert und somit in Konnotation und Erinnerung zementiert, verfügen der Kölner Dom, Notre Dame und die Sagrada Família über prägnante Distinktionsmerkmale – und einen dadurch induzierten hohen Wiedererkennungswert. Doch „kennen“ wir diese Bauten wirklich? Und könnten wir sie in Ausschnitten und Detailansichten tatsächlich voneinander unterscheiden? 
Der Architekturfotograf Hans Georg Esch beweist mit seinen spektakulären Aufnahmen, dass unser Erkennungsvermögen trügerisch ist und de facto immer auf denselben Algorithmen basiert. Sehen wir das Gebäude als Ganzes, möglichst noch in frontaler Ansicht unter Hervorhebung signifikanter Bauelemente, fällt die Zuordnung leicht. Esch hingegen bricht mit den gängigen Parametern von Perspektive, Anschnitt, Fokussierung sowie Licht und erschafft damit bislang ungekannte Sichtweisen und Erfahrungsräume. Da, wo wir vorher aufrechte Fassaden gesehen haben, kreiert er ein horizontales Meer aus Strebewerken, Zinnen, Türmen und Rosetten. In der Umkehrung kleidet er die Innenräume der Kathedralen mit ihren weitläufigen Langschiffen und den polygonalen Hochchören mittels Wahl der Luftperspektive in eine nahezu wahnwitzige Vertikalsprache, die unsere Kognition vor veritable Herausforderungen stellt. Dafür greift er auf eine eigens von ihm konzipierte Drohnentechnik zurück, die er als erster Künstler überhaupt im Inneren des Kölner Doms einsetzen durfte. 

Darüberhinaus macht Hans Georg Esch den jeweiligen Baustil der Kathedralen und ihre sowohl statischen als auch ästhetischen Gesetzmäßigkeiten sichtbar. Während bei Dom und Notre Dame, beide im gotischen Stil erbaut, jenseits der individuellen Charakteristika erstaunliche Parallelen sichtbar werden, sticht die ungleich jüngere Sagrada Família- ihrem so exzentrischen wie visionären Baumeister Antoni Gaudí sei Dank - durch ihre unorthodoxe Grundstatik, explizite Farbigkeit und fast surreal anmutende Ausstaffierung heraus. Und findet dabei eine überraschende Entsprechung im Richter-Fenster des Doms.
Dramatische Lichtsituationen, auf die Hans Georg Esch mitunter tagelang wartet, steigern das sakrale Ambiente – und zeigen uns einmal mehr, warum sich um diese Bauwerke nicht nur Geschichte und Geschichten, sondern auch Mythen und Geheimnisse ranken.

„Konzilium“ bildet den fulminanten Prolog zu Eschs designiertem Projekt „Architektur der Religionen“, die im Fortlauf Synagogen, Moscheen sowie buddhistische und hinduistische Tempel in den Fokus rücken wird. Mithin fungiert sie als Blaupause für numinose Baukultur, die überall auf der Welt anzutreffen ist. Und damit ein verbindendes statt trennendes Glied zwischen den Kulturen und Menschen darstellen sollte. 

Im Rahmen der Ausstellung wird das Buch „ Der architektonische Blick -epochal.global“ präsentiert, welches Hans Georg Eschs aktuelle Ausstellung im MAKK abbildet und im Verlag Walther König erscheint. In Erweiterung zu „Konzilium“ wird Ende September mit „Der Kölner Dom“ ein weiteres Buch, ebenfalls vom König Verlag publiziert, erscheinen. (Yorca Schmidt-Junker) 

Hans Georg Esch (*1964) lebt in Stadt Blankenberg/Rhein-Sieg-Kreis und arbeitet auf der ganzen Welt. Bereits als Jugendlicher in der Architekturfotografie aktiv, gründete er parallel zu seiner Ausbildung als Fotograf 1986 sein erstes Unternehmen, das zunächst für die Licht- und Glasindustrie tätig war. Seit Beginn der 1990er Jahre wird er von internationalen Architekturbüros für die Inszenierung und Dokumentation ihrer Gebäude engagiert. Zu seinen Auftraggebern zählen Tadao Andō, KPF, Christoph Ingenhoven, Norman Foster und die Zaha Hadid Foundation, genauso wie Local Player wie Nebel Pössl in Köln.  
Mit seiner 2022 begonnen Werkreihe „Pompeji“ eroberte Hans Georg Esch den Kunstmarkt und stellt seine Werke auf Messen wie der ART Cologne und der art Karlsruhe aus. Das Museum für angewandte Kunst Köln widmete ihm jüngst eine große Retrospektive. Seine Werke sind in zahlreichen privaten Sammlungen weltweit vertreten.  

 


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