Ausstellung der Künstlerin Julia Benz „Soft Dimensions"
Die Galerie Martina Kaiser freut sich auf eine Premiere: Zum ersten Mal wird Julia Benz ihre Werke in der Bismarckstraße zeigen. Und mit „Soft Dimensions“ ihre Vision von einer raumdurchdringenden Malerei vorstellen.
Wo beginnt Malerei? Wo endet sie? Und wie lassen sich ihre Wirkung und ihre Möglichkeiten über die reine Fläche hinaus ausweiten? Diesen Fragen geht Julia Benz in „Soft Dimensions“ nach; und besetzt damit die Leerstelle zwischen Malerei, Lichtkunst und kinetischer Rauminstallation.
Durch Farbdiffusionen, Spiegelungen, Tiefenauslotung und Lichtübergänge entstehen multidimensionale Werke, die sich durch stete Mutation auszeichnen und somit auch den Zeitaspekt einbinden. Der Betrachter taucht regelrecht in die Werke der Wahl-Heidelbergerin ein, bewegt sich mit und in ihnen, findet sich in subtilen Reflexionen wieder – und wird damit Teil ihres Konzepts.
Charakteristisch für ihre Leinwandarbeiten und ihre Reflexionsfelder sind leuchtende Farbtransitionen sowie ein gestischer Duktus, der auf magische Weise unterbrochen, ja sporadisch wie eradiert erscheint. Diesen Effekt erreicht Julia Benz durch eine Tiefenillusion, erzeugt mittels Acrylmalerei, innerhalb derer Farbe nicht nur sukzessiv aufgetragen, sondern auch abgetragen wird. Womit der konkrete Pinselstrich zu einer sublimen Malspur, einer dezenten Andeutung, einer intuitiven Ahnung wird. Trotz der Opulenz aus Vielschichtigkeit, Intensitätskontrasten und expressiven Elementen entstehen so sanfte Übergänge – „Soft Dimensions“, in denen Farbe, Formen, Zeit, Raum und Licht sowie die reflexionsbedingte interne und die Betrachter induzierte externe Bewegung ineinander verschmelzen. Die Malerei wird zu einem fluiden Konstrukt, zu einem multidimensionalen Phänomen, das sich aus der Flächigkeit und den Grenzen der Leinwand befreit hat. Und sich stattdessen aus der Dualität von Sichtbarem und dessen Aufhebung, Addition und Subtraktion, Flächigkeit und Tiefengrund, Malmittel und Immaterialität neu kalibriert.
Erstmals werden auch Benz’ hängende Skulpturen aus dichroitischem Glas zu sehen sein. In Zusammenarbeit mit den Derix Glasstudios sind farbige Glaskörper in geometrischen Formen entstanden, die das Licht in unterschiedlichen Spektren brechen und so ein immersives Ballett aus Spiegelungen, Reflexionen und Farbeffekten im White Cube entfachen.
In Kombination mit den Reflexionsfeldern und Leinwänden erzeugt Julia Benz so eine Vision zeitgenössischer Malerei, in die die Wechselwirkung von Kunstwerk, Raum und Wahrnehmung als bildkonstituierendes Gefüge eingebettet ist. Und die Intensität und stille Erhabenheit in perfekten Einklang bringt. (Yorca Schmidt-Junker)
Julia Benz (*1985) lebt und arbeitet in Heidelberg. Sie studierte an der Kunstakademie Düsseldorf sowie an der Universität der Künste Berlin, wo sie als Meisterschülerin von Burkhard Held abschloss. In ihrem Verständnis von Farbe als Korpus, der weit über das Werk hinauswirkt und immersiv anmutet, steht sie in Tradition zu Künstlerinnen wie Katharina Grosse. Ihre Werke wurden bereits in Spanien, Frankreich und Großbritannien sowie in Kenia und den USA gezeigt und sind auf Messen wie der art Karlsruhe vertreten.