Zhuang Hong-Yi
„Kaleidoscope Part II“
Eröffnung: Freitag, den 27. Juni 2025 um 19:00 Uhr
Die Einführung wird die Kunst- und Kulturjournalistin Yorca Schmidt-Junker sprechen.
Der Künstler wird anwesend sein.
Die Galerie Martina Kaiser freut sich sehr, Zhuang Hong-Yi seine nächste große Einzelausstellung in Köln widmen zu dürfen. Mit „Kaleidoscope Part II“ knüpft der chinesische Ausnahmekünstler an seine gleichnamige monumentale Retrospektive im Powerlong Museum Shanghai an und präsentiert zudem neue Arbeiten.
Den Rhythmus der Natur, ihren Wandel im Zusammenspiel mit Licht, Jahreszeiten und zyklischen Veränderungen erfahrbar zu machen: Dieses Konzept ist zum Kernelement im Werk Zhuang Hong-Yis avanciert. Die Flowerbeds - gemäldegleiche Wandinstallationen aus unzähligen Reispapierblüten, die mit der Bewegung und dem Perspektivwechsel des Betrachters ihre Farbe verändern - haben ihn berühmt gemacht und fest im musealen Kontext verankert. Jüngst widmete ihm eine der größten Privatinstitutionen Chinas, das Powerlong Museum in Shanghai, mit „Kaleidoscope“ eine Retrospektive mit über 80 großformatigen Werken. Was einen Meilenstein in seiner bisherigen Karriere markiert hat. Die Galerie Martina Kaiser knüpft an diesen Erfolg an und erweitert den Fokus in „Kaleidoscope Part II“ um neue Arbeiten, wo der konzeptionelle und sensorische Gehalt von Zhuang Hong-Yis Flowerbeds nochmals eskaliert wird. Denn statt ebener Untergründe für seine sublimen Papiergewächse präsentiert der Wahlschweizer nun konvex-konkave „Leinwände“. Durch diese Wellenform wird der dynamische Effekt seiner Wandgebilde dramatisch gesteigert und erzeugt die Illusion einer Bewegung, die aus dem Werk heraus entsteht. Das kulminiert in einer Momentaufnahme von Naturbewegung, ähnlich einer Meereswelle oder einer über Wälder und Wiesen fegenden Windböe, die Zhuang aus seiner Erinnerung abruft und ins Materielle überführt.
Die Abfolge von Erhebungen und Vertiefungen auf dem Untergrund evoziert noch feinere, frischere Farbverläufe, da die glatte Oberflächentextur gebrochen wird und so ein Dégradé-Effekt aus Farbabstufungen und -Verschmelzungen entsteht.
Auch wird die dreidimensionale Wirkung erhöht, was den Wandobjekten einen stark skulpturalen Charakter verleiht.
Zhuang Hong-Yi gelingt es somit die Illusion eines wogenden Blütenmeers zu schaffen und die Fluidität von Naturprozessen im geschlossenen Raum zu implementieren. Seine Arbeiten fußen auf dem Prinzip purer Ästhetik, die ohne weitere Erklärungen und Codices auskommen, und damit universell gültig sind. Oder wie der Künstler selbst sagt: „Wir mögen unterschiedliche Sprachen sprechen; aber wir alle können Blumen lesen und verstehen.“
Zhuang Hong-Yi unterhält Ateliers im Tessin und Beiing. Er studierte an der Sichuan College of Fine Arts in China und schloss ein Studium an der Minerva Akademie in Groningen/Niederlande an. Neben zahlreichen Ausstellungen auf der ganzen Welt blickt er auf Museumsausstellungen im Found Museum/Beijing, im Groninger Museum (NL), im Erarta Museum of Contemporary Art in St. Petersburg und im Museum Ulm zurück. Er war bereits auf der Art Basel Miami und der Expo Chicago vertreten. 2025 widmete ihm das Powerlong Art Museum in Shanghai eine große Retrospektive. Seine Werke sind in öffentlichen und privaten Sammlungen weltweit, u.a. in Deutschland, in den USA, Kanada, Mexiko, Singapur und Australien zu finden.
Zusammen mit seiner Frau Lu Luo, die ebenfalls Künstlerin ist, lebt er in der Schweiz.
ZHUANG HONG YI
Flower Splashes
Freitag, 10. November 2023 um 19.00 Uhr
Die Einführung spricht die Kunst- und Kultur Journalistin Yorca Schmidt-Junker.
Die Galerie Martina Kaiser freut sich einmal mehr auf Zhuang Hong-Yi, der mit seiner Ausstellung „Flower Splashes“ eine Brücke von chinesischer Tradition zu abendländischer Vision baut; und dabei das Genre des Schüttbilds in den Fokus rückt.
In Anlehnung an die Fluxus-Kunst und den Wiener Aktionismus setzt Zhuang Hong-Yi in seinen neuen Arbeiten auf ein essenzielles Element dieser Bewegungen und erklärt die Farbschüttung zum signifikanten Merkmal seiner berühmten Flower Fields. Hierbei wird das geordnete Prinzip der auf Leinwand applizierten, zuvor aus Reispapier gefalteten Blüten durch den Akt der nur bedingt kontrollierbaren und damit weisungsfreien Schüttung von Farbe gebrochen; was in bislang ungesehenen Texturen, die gleichsam luzid wie diffus erscheinen, gipfelt.
Meditation trifft hier auf Aktion, Kontrolle auf Willkür, Ordnung auf Chaos, Tradition auf Revolution – womit der chinesische Künstler bewusst mit Antipoden jongliert, sie dabei aber nicht gegeneinander ausspielt, sondern gleichberechtigt ausbalanciert und zu einer stimmigen Gesamtkomposition zusammenführt. Die etwaige Gefälligkeit der floralen Textur wird durch die Farbschüttung eliminiert, gleichzeitig steigert die verschüttete Farbe die sinnliche Aura der Flower Fields. Und erhöht sowohl ihre Strahlkraft als ihre dreidimensionale Anmutung.
Die Ausstellung „Flower Splashes“ zeigt erstmals Werke in elliptischer Form, was erneut belegt, dass Zhuangs Prinzip des durch Bewegung induzierten Farbwechsels in jedwedem Format funktioniert.
Wo Schüttungen eine Eskalation der Drip Paintings darstellen, die ihren Ursprung bereits bei Max Ernst hatten und dann bei den abstrakten Expressionisten um Jackson Pollock ihren Höhepunkt fanden, überführt Zhuang Hong-Yi sie in naturgegeben abstrakte, wenngleich impressionistisch erscheinende Bildwelten. Mithin nutzt er Elemente des Action Painting und des Fluxus, um darüber eine zeitgenössische Form des Impressionismus zu kreieren. Frei von Narration, Figürlichkeit und jedweder Stilzugehörigkeit stehen die Werke des Wahlschweizers für sich – und betören den Betrachter allein durch Materialität und ihre sublime Farbigkeit. (Yorca Schmidt-Junker)
Er arbeitet abwechselnd in seinem Atelier in China und in seinem Wohnsitz in der Schweiz. Er studierte an der Sichuan College of Fine Arts in China und schloss ein Studium an der Minerva Akademie in Groningen/Niederlande an. Neben zahlreichen Ausstellungen auf der ganzen Welt blickt er auf Museumsausstellungen im Found Museum/Peking, im Groninger Museum (NL), im Erarta Museum of Contemporary Art in St. Petersburg und im Museum Ulm zurück. Er war bereits auf der Art Basel Miami und der Expo Chicago vertreten.
Seine Werke sind in öffentlichen und privaten Sammlungen weltweit, u.a. in den USA, Kanada, Mexiko, Singapur und Australien zu finden.
Zusammen mit seiner Frau Lu Luo, die ebenfalls Künstlerin ist, lebt er in der Schweiz.
Anlässlich seines 60. Geburtstags widmet die Galerie Martina Kaiser Zhuang Hong Yi eine große Sonderausstellung. Der chinesische Künstler, der mit seinen Flower Fields Weltruhm erlangte, verweist mit „In Bloom“ auf die jahrhundertealte Blumen- und Landschaftsmalerei seiner Heimat. Und rückt dabei die symbolträchtige Kirschblüte in den Fokus.
Wie ein Relief tritt sie aus dem Farb- und Blütenmeer hervor, offenbart sich dem Betrachter erst mit seiner Bewegung und dem Perspektivwechsel: Die Kirschblüte, in China Symbol für Tapferkeit und Standhaftigkeit, steht im Zentrum der neuen Werke von Zhuang Hong Yi. Dabei „webt“ er die Äste, Zweige und Blüten des Baums gleichsam in die dreidimensionale Struktur seiner Flower Fields ein; was den farbchangierenden Effekt nochmals potenziert und damit das Seherlebnis intensiviert. Es ist ein doppeltes Spiel um Kinetik, Mutation und Werdung, wo sich zunächst die Farbharmonien der Flower Fields verändern, um sodann das Erblühen der Kirsche zu illusionieren.
Der Baum, dessen Kultivierung vor rund 2500 Jahren in den chinesischen Bergen des Himalayas begann, erfreut sich in der fernöstlichen Kultur einer jahrhundertelangen Ikonisierung. Zum ausgehenden Winter blühend und damit den Widrigkeiten der Natur trotzend, avancierte die Kirschblüte zum Symbol für Tapferkeit und Standhaftigkeit. Sowohl Künstler als auch Literaten rühmten ihre Schönheit; wobei die immanente Symbolik stets als Appell an die Menschen zu deuten war, wonach sie tugendvoll, mutig und aufrecht bleiben sollten.
Mit der Song-Dynastie (960 – 1279 n. Chr.) erlebte die Landschaftsdarstellung ihren Höhepunkt – und mit ihr ging die Tier- und Blumenmalerei als eigenständiges Genre in den Kanon ein. Als unangefochtene Meister dieser Disziplin galten Cuī Bái (ca. 1050-1080) und der später während der Qing-Dynastie aktive Yun Shouping (1633-1690). Deren Duktus Zhuang Hong Yi hier seine Referenz erweist und ihren Stil dank seiner spezifischen Technik ins 21. Jahrhundert transponiert.
Dabei greift er auf die tradierten Materialien seiner Heimat zurück, wählt Reispapier, Tusche sowie Seide und implementiert zudem die Kunst der Papierfaltung, die ebenfalls in der Song-Dynastie aufkam.
Bei seiner Farbdramaturgie orientiert sich Zhuang Yong Hi an den Künstlern der europäischen Moderne; hier sind es die Impressionisten um Monet und Cézanne, aber auch Expressionisten wie Kirchner, Marc und Nolde, die ihn mit ihrer Farbsprache inspirieren.
So ist „In Bloom“ gleichsam eine Ode an die Schönheit der Natur wie an die Relevanz östlicher und abendländischer Kunst sowie ihrer reichen Traditionen. Was in herausfordernden Zeiten wie diesen als Ermutigung und Bestärkung, einmal mehr symbolisiert durch die Kirschblüte, dienen soll. (Yorca Schmidt-Junker)
Zhuang Hong Hi unterhält Ateliers im Tessin und Peking. Er studierte an der Sichuan College of Fine Arts in China und schloss ein Studium an der Minerva Akademie in Groningen/Niederlande an. Neben zahlreichen Ausstellungen auf der ganzen Welt blickt er auf Museumsausstellungen im Found Museum/Peking, im Groninger Museum (NL), im Erarta Museum of Contemporary Art in St. Petersburg und im Museum Ulm zurück. Für 2022 ist eine große Werkschau im Power Long Museum in Shanghai angesetzt.
Seine Werke sind in öffentlichen und privaten Sammlungen weltweit, u.a. in den USA, Kanada, Mexiko, Singapur und Australien zu finden.
Zusammen mit seiner Frau Lu Luo, die ebenfalls Künstlerin ist, lebt er in der Schweiz.
Zhuang Hong Yi, geb. 1962, in Sichuan,China, studierte sowohl in seiner Heimat als auch in Europa. Erstmalig stellte er seine Werke 1993 in den Niederlanden aus. Danach war er mit zahlreichen Ausstellungen in Asien und Europa erfolgreich. Das Groninger Museum zeigte seine Werke bereits 2001 und 2008. Das Stadtmuseum Zoetermeer widmete Zhuang Hong Yi 2010 eine Einzelausstellung, weitere Einzelausstellungen folgten 2013 im Found Museum in Beijing und zur Biennale in Venedig.
Zhuang Hong Yi ist ein Reisender zwischen den Welten, er bewegt sich zwischen seiner asiatischen Kultur und den Einflüssen seiner Europäischen Wahlheimat. Traditionell arbeitet er mit Reispapier und Tusche und so verschmelzen hier fernöstliche und westliche Elemente zu ganz neuen poetischen Bildern. So entstehen bei Zhuang Hong Yi Landschaften in leuchtenden Farben, die aus unzähligen Papierblüten förmlich aus der Leinwand zu wachsen scheinen oder monochrome Arbeiten mit organischen Mustern.
Die tief greifenden gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Veränderungen in seinem Heimatland regten ihn im Jahre 2007 dazu an, neben seinem Atelier in Den Haag, ein zweites in Beijing zu betreiben. Nachdrücklicher als bei den in den Niederlanden entstanden Werken spiegeln sich hier in der Verwendung von Farben, Themen und Materialien die Einflüsse seiner Heimat wider.