Martina Kaiser
Cologne Contemporary Art

Katharina Jahnke - Gruppenausstellung
all Artists
 

Lichtung

Leiko Ikemura - Katharina Jahnke - Sabine Moritz

Landschaften von Leiko Ikemura, Katharina Jahnke und Sabine Moritz anlässlich der DC Open 2018.

Die Herbstausstellung 2018 in der Galerie Martina Kaiser präsentiert drei aktuelle Positionen der Gegenwartskunst, die sich in signifikanten Referenz- und Narrationsketten mit dem Thema Landschaft als Weltentwurf auseinandersetzen. Landschaft meint in diesem Kontext einen atmosphärischen Raum, in dem Natur, Pflanzen, Dinge und Lebewesen zirkulieren und sich wechselseitig durchdringen.

Im Prozess der gemeinsamen Annäherung durch Atelier- und Ausstellungsbesuche in Köln und Berlin ist von den Künstlerinnen der mehrfach codierte Titel „Lichtung“ gewählt worden, der auch als Bezeichnung für das in den Werken beinhaltete Wechselspiel zwischen Sichtbarem und Verborgenem gelten kann.

In den Werken von Leiko Ikemura (*1951, Tsu, Japan) geht es um den Stoffwechsel des Kreatürlichen. Ihre Gemälde und Skulpturen erzählen von der sphärischen Verschränkung zwischen Mensch, Tier und Pflanzenwelt, worin nicht zuletzt Bezüge zur traditionellen japanischen Landschaftsmalerei zu erkennen sind. Besonders der subtile Farbkosmos kommuniziert diese eigene Wirklichkeit der hybriden Pflanzenkörper.

Leiko Ikemura studierte in ihrer Heimat spanische Literatur und von 1973-78 Malerei an der Akademie von Sevilla. Nach ihrer Übersiedlung in die Schweiz hinterließ Ikemura ihre ersten markanten Spuren in der Kunstszene. Das National Art Center in Tokio sowie das Kunstmuseum Basel werden der Künstlerin 2019 eine Soloschau widmen. In der Vergangenheit wurden ihre Werke weltweit in renommierten Institutionen wie dem Vangi Sculpture Garden Museum, Mishima; dem Nevada Museum of Art, Reno; der staatlichen Kunsthalle in Karlsruhe oder dem Museum für Gegenwartskunst Basel ausgestellt worden und 2015 im Ostasiatischen Museum in Köln. Ihre Arbeiten sind in zahlreichen internationalen Museen wie dem Centre Pompidou, Paris; den Kunstmuseen Basel, Bern und Zürich sowie dem National Museum of Modern Art und dem Hara Museum of Contemporary Art, Tokio, vertreten.

Ikemura wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Cologne Fine Art Prize (2014), dem August-Macke-Preis (2009) und dem Deutschen Kritikerpreis für Bildende Kunst (2001). Von 1990 -2015 hatte Leiko Ikemura eine Professur an der Universität der Künste Berlin inne.

Katharina Jahnke (*1968, Berlin) setzt sich in ihren Cut-Outs und Fotocollagen mit der mehrdeutigen Organisation von Welt, mit Strukturen und Texturen, auseinander. Ausgangspunkt sind Darstellungen von Sakral- und Profanbauten, die sie in antiquarisch erworbenen Büchern aus den 1960er Jahren findet. Die spannungsvolle Relation zwischen Naturelementen, Tierkörpern und Architektur hinterfragt so vermeintlich chaotische Strukturen versus formalästhetische Ordnungssysteme. 

Katharina Jahnke, geb. 1968 in Berlin, schloss nach einem Studium an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach bei Wolfgang Luy und an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Kamp und bei Prof. Kiecol ihr Studium als Meisterschülerin ab. Von 2007 – 2009 hatte Jahnke einen Lehrauftrag an der Kunstakademie in Düsseldorf inne und seit 2012 u.a. an der Folkwangschule Essen, Uni Paderborn, Halle Burg Giebichenstein. Die Künstlerin hat seitdem zahlreiche Stipendien erhalten unter anderem des Landes NRW; der Kunststiftung NRW und des Kölnisches Kunstvereins.

Aktueller Hinweis: Katharina Jahnke hat die Monkey Bar und das Neni Restaurant in der 8. Etage des 25hours Hotel The Circle in Köln mit drei großangelegten Wandarbeiten gestaltet

Die Arbeiten von Sabine Moritz (*1969, Quedlinburg) erzählen von der Kraft des Geheimnisvollen und Undurchdringbarem, welche sich in den Bildern vom rhizomatisch erscheinenden Pflanzendickicht zeigt. Die nach der Natur gezeichneten Blumenstillleben wiederum sind eine zyklische Auseinandersetzung mit dem materiellen Organismus von Blütenpflanzen und oszillieren in der Anschauung von Existenz und Empfindsamkeit.

Sabine Moritz studierte ab 1989 an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach und von 1991-94 an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Markus Lüpertz und Gerhard Richter. Seitdem nahm sie an zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen teil: König Galerie Berlin (2018); Imperial War Museum in London, (2018); Neuland (2017) in der Kunsthalle Bremerhaven; Dawn (2016) in der Marion Goodman Gallery, Paris; Galerie Haas Zürich (2016); Harvest (2016) in der Pilar Corrias Gallery, London; Paintings and Drawings (2015) in der Felix Ringel Galerie, Düsseldorf und weitere. Ihre Werke sind in zahlreichen privaten und öffentlichen Kunstsammlungen vertreten, unter anderem in der Tate Modern in London; Sammlung Deutsche Bank, Frankfurt am Main; Städtische Galerie im Lenbachhaus, München; Sammlung Faber-Castell, Nürnberg und von der Heydt-Kunsthalle, Wuppertal.

Deutlich wird, dass Landschaft als Kontinuität von Verschiedenheit Welt bildet.

Alle drei Künstlerinnen haben durch ihr biographisches Wirkungsfeld und ihre Ateliersituation einen engen Bezug zu Köln, wenngleich sie national und international tätig sind. Dementsprechend spiegelt die gemeinsame Präsentation anlässlich der DC Open auch die Vielfalt der rheinischen Kunst- und Kulturszene wider. Die Ausstellung in den historischen Galerieräumen in der Bismarckstraße 50 wird kuratiert von Renate Goldmann.

Die Ausstellung „Lichtung – Landschaften von Leiko Ikemura, Katharina Jahnke und Sabine Moritz“ läuft vom 6.9.-4.11.2018.