Martina Kaiser
Cologne Contemporary Art

Otto Piene

Keramiken, Lichtobjekte und Feuerarbeiten auf Leinwand und Büttenkarton

Die Einführung spricht Dr. Renate Goldmann, Direktorin Leopold-Hoesch-Museum & Papiermuseum Düren

Die Galerie Martina Kaiser freut sich, erstmals Werke des Zero-Künstlers Otto Piene, einem der großen Avantgardisten der deutschen Nachkriegskunst und Wegbereiter der Licht- und Feuerkunst sowie der Sky-Art-Aktionen in einer Einzelausstellung in der Galerie in der Bismarckstraße zeigen zu dürfen. Gezeigt werden Keramiken und Lichtskulpturen, die bis kurz vor seinem Tod entstanden sind, sowie Feuerarbeiten auf Büttenkarton und Leinwand aus den 70er und 90er Jahren.

Otto Piene (geb. 1928 in Laasphe, gest. 2014 in Berlin) studierte Malerei und Kunsterziehung in München und Düsseldorf. 

Charakteristisch für Piene sind Rauchgemälde, Feuerbilder, Lichtinstallationen, aufblasbare Himmelsskulpturen und kinetische Plastiken, wie zum Beispiel die Skulptur „Licht und Bewegung“ von 1966 am Wormland-Haus an der Hohe Straße, eines der bedeutendsten Kunstwerke im öffentlichen Raum in Köln. Eine weitere Arbeit „Star Pit“ von Piene befindet sich seit 1992 im Mediapark in Köln.

Otto Pienes vielfältiges Werk durchzieht die Suche und die Nähe zu den elementaren Kräften der Natur: Licht, Feuer, Luft und Erde. Das Element Erde und seine Verbindung zum Feuer sind für Piene die Hauptaspekte in seinen Keramikarbeiten, die seit 1999 entstanden sind. Seine Keramiken blicken zurück auf die frühen kinetischen Arbeiten und greifen das Motiv des Rasters auf. Seine „schweren Bilder“ wie er sie selbst nannte, denen eine haptische Qualität innewohnt, lassen sich nicht nur sehen sondern auch fühlen.

Die große Anzahl jüngster Einzelausstellungen in namhaften Museen wie der Neuen Nationalgalerie (Berlin, 2014), dem Guggenheim Museum (New York 2014), der Langen Foundation (Neuss, 2014), dem Stedeljijk Museum (Amsterdam, 2015) sowie dem Teheran Museum of Contemporary Art (2016) zeigt die hohe internationale Wertschätzung von Otto Piene.

Als Mitbegründer der legendären „Zero-Gruppe“ (1957, gemeinsam mit Heinz Mack), der sich 1961 auch Günter Uecker anschloss, gehörte Piene zu den bedeutenden Erneuerern und Pionieren der Kunst in Deutschland und Europa nach dem zweiten Weltkrieg und hat damit Kunstgeschichte geschrieben.

„Zero ist die Stille. Zero ist der Anfang. Zero. Der Neue Idealismus“, heißt es in ihrem Manifest. 

Seit den 50er Jahren stehen Licht, Raum, Bewegung und Farbe im Zentrum von Otto Pienes Schaffen. „Was ist das alles, Bild, Farbe, Licht, Vibration, reine Energie? Leben. Leben in Freiheit“ so schrieb Piene 2014 zu seiner Ausstellung in Berlin. Am liebsten ließ er Lichtstrahlen tanzen und inszenierte Sky Events. Nichts soll den Betrachter bedrücken, klein machen. Seine Feuerbilder mit Spuren verbrannter Farbe sind kein Zeichen von Zerstörung, sondern von Befreiung. Die Formen explodieren. Leidenschaftlich streben sie der Sonne entgegen, rot, gelb oder blau leuchten die Hintergründe. Und der Empfindung wachsen Flügel.