Martina Kaiser
Cologne Contemporary Art

Umberto Ciceri

Fighters

Die Galerie Martina Kaiser freut sich sehr, bereits zum vierten Mal Umberto Ciceri in einer Einzelausstellung in Köln präsentieren zu dürfen.

Seine neue Werkreihe Fighters widmet Umberto Ciceri allen Frauen, die sich über ihre biologische und tradierte Rollendefinition erheben und zu Amazonen der Gleichberechtigung und Selbstbestimmung werden. Die weibliche Physis bannt der Italiener hier in rautenförmig verschachtelte Spiegelfelder, die einmal mehr dem von ihm spezialisierten Lentikular-Effekt unterliegen, flankiert von monochromen Farbflächen. Womit „seine“ Frauen zu einer neuen, vom Status quo losgelösten Entität finden.

Mit der Lentikular-Technik gehört Umberto Ciceri zu den wenigen Künstlern, die über ein veritables Alleinstellungsmerkmal verfügen. Dabei ist es weniger eine spezifische Bildsprache, die ihn gänzlich von anderen Künstlern unterscheidet, als vielmehr die Aufhebung ebendieser, indem er eine völlig neue visuelle Syntax definiert. Seine hypnotischen, dreidimensionalen anmutenden Installationen zeigen lediglich die Umrisse und Silhouetten von Subjekten oder geometrisch ausgerichteten Farbfeldern, die in permanenter Bewegung zu sein scheinen und sich einer zentrierten Beobachtung des Rezipienten vollkommen entziehen. Umberto Ciceri nennt seine Arbeiten Hypertraits und verweist damit auf motivische Eigenschaften, die jenseits des rein visuellen, kognitiv Erfahrbaren liegen. Vielmehr konstruiert jeder Betrachter das sich in steter Kinese befindliche Bild vor seinem eigenen „inneren Auge“, womit es zu einem individuell geprägten, transitorischen Objekt wird. Und der Beobachter zu einem aktiv Beteiligten am kreativen Prozess.

Umberto Ciceri lebt und arbeitet in Barcelona. Der gebürtige Italiener ist diplomierter Textildesigner und graduierte an der Mailänder Akademie für Kunst und Mode. Bereits während seiner Tätigkeit in der Modebranche setzte sich Umberto Ciceri intensiv mit Optik, der chemischen Struktur von Farben und neurophysiologischen Prozessen bei der Wahrnehmung auseinander – was den Grundstein für seine 2007 startende Karriere als freier Künstler bilden sollte. Seitdem zählt er zu den führenden Spezialisten auf dem Gebiet der Lentikular-Technik. Seine Werke sind in zahlreichen internationalen Privatsammlungen zu finden und wurden bereits auf der Context Art Miami, der Art New York sowie der Paris Art Fair gezeigt. 2011 gehörte er zu den ausgestellten Künstlern im italienischen Pavillon der 54. Biennale D’Arte in Venedig. (Yorca Schmidt-Junker)